Dry Tortugas National Park

Der Dry Tortugas National Park liegt im Golf von Mexiko und ist circa 70 Seemeilen (130 Kilometer) von Key West entfernt.

Der Dry Tortugas National Park liegt im Golf von Mexiko und ist circa 70 Seemeilen (130 Kilometer) von Key West entfernt. Die sieben kleinen Inseln, die zum Park gehören, zählen auch noch zu den Florida Keys:

  1. Garden Key: Die bekannteste und am häufigsten besuchte Insel, auf der sich auch das historische Fort Jefferson befindet. Garden Key ist das Zentrum der Parkaktivitäten und bietet auch Campingmöglichkeiten.
  2. Loggerhead Key: Diese Insel ist nach den zahlreichen Unechten Karettschildkröten (Loggerhead Turtles) benannt, die hier ihre Eier ablegen. Sie ist auch Standort des Loggerhead Lighthouse.
  3. Bush Key: Diese Insel ist bekannt für ihre Vogelbeobachtungsmöglichkeiten, insbesondere während der Brutzeit der Seevögel.
  4. Long Key: Auch diese Insel ist ein beliebter Brutplatz für verschiedene Seevögelarten.
  5. Hospital Key: Diese kleine Insel ist bekannt für ihre Vogelpopulation, einschließlich der seltenen Maskentölpel.
  6. Middle Key: Diese Insel ist bei Flut oft unter Wasser und meist nur bei Ebbe sichtbar.
  7. East Key: Sie ist eine weitere kleine Insel im Park, die zum Sonnenbaden und zur Vogelbeobachtung genutzt werden kann.

Die Inseln des Dry Tortugas National Park betragen lediglich 1% der gesamten Parkfläche.

Der Name „Dry Tortuga“ kommt daher, dass es auf den Inseln keine natürlichen Süßwaserquellen gibt (dry) und es früher sehr viele Wasserschildkröten (tortuga) in dieser Region gab. Diese Inseln haben leider nichts mit dem fiktiven Ort Tortuga aus der Filmserie „Pirates of the Carribean“ zu tun.

Fort Jefferson

Diese Befestigungsanlage nimmt Garden Key zu einem Großteil ein und ist ein bemerkenswertes Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert. Der Bau dieser Verteidigungsanlage, die entlang einer der belebtesten Schifffahrtsrouten der Welt liegt, begann 1846. Wirklich fertiggestellt wurde das Fort niemals, anders als Castillo de San Marcos in St. Augustine.

Während der Bauphase von Fort Jefferson wurden mehr als 16 Millionen handgefertigte Ziegel auf die Insel geliefert. Man sieht auch heute noch die unterschiedlichen Herkunftsorte dieser Ziegel anhand der unterschiedlichen Färbung.

Fort Jefferson in den Dry Tortugas
Fort Jefferson auf den Dry Tortugas

Besondere Herausforderungen an die Bewohner des Forts war unter anderem die Versorgung mit Trinkwasser, da Garden Key über keine natürliche Süßwasserquelle verfügt.

Der ursprüngliche Plan, Regenwasser in unterirdischen Zisternen zu sammeln, stellte sich als unzureichend dar, da die Region um Garden Key jährlich nur um 100cm Niederschlag erhält. Es wurden daraufhin auch Kondensationsverfahren eingesetzt, die jedoch sehr aufwändig und wenig effizient waren. Schiffe brachten ebenfalls Fässer mit Süßwasser ins Fort.

Das Gewicht des Forts führte letztendlich zu Beschädigungen an den Zisternen. Salzwasser drang in diese ein und machte diese Art der Süßwasserspeicherung daraufhin unmöglich. Die im Zentrum des Forts aufgestellten Fässer mit Süßwasser führten nicht nur zu einer hohen Belastung durch Stechmücken, sondern waren auch maßgeblich am Ausbruch des Gelbfiebers 1867 beteiligt.

Gelbfieber-Epidemie 1867

Diese Epidemie war besonders bemerkenswert, da Dr. Samuel Mudd, der berühmteste Gefangene des Forts, für seine Rolle bei der Behandlung der erkrankten Insassen und der Eindämmung der Epidemie Anerkennung fand. Dr. Mudd war ursprünglich wegen seiner Beteiligung an der Ermordung von Präsident Abraham Lincoln inhaftiert worden, doch seine Bemühungen während der Gelbfieber-Epidemie trugen dazu bei, seine Reputation zu verbessern und führten letztendlich zu seiner Begnadigung.

Fort Jefferson im amerikanischen Bürgerkrieg

Während des amerikanischen Bürgerkriegs arbeiteten die Konföderierten eifrigst am Baufortschritt, denn die Lage des Forts hatte bedeutenden Einfluss auf Blockaden von Unionslieferungen in den Golf von Mexiko und der Handelsrouten zum Mississippi.

Fort Jefferson wurde auch als Gefängnis für Unions-Soldaten genutzt, der wohl bekannteste Insasse war Dr. Samuel Mudd. Er hatte das gebrochene Bein von John Wilkes Booth, dem Attentäter von Abraham Lincoln, behandelt.

Führungen in Fort Jefferson

Nur kurze Zeit nachdem die Fähre von Key West angelegt hat, bietet der Nationalpark Service eine kostenlose, geführte Tour durch das Fort an.

Schnorcheln und Tauchen im Dry Tortugas National Park

Da sich der Großteil des Parks unter Wasser befindet, sollte man bei einem Besuch unbedingt die Gelegenheit nützen, das Gebiet auch als Schnorchler oder Taucher zu erkunden. Auf den ersten Blick mag es so scheinen, als gäbe es in der Flachwasserzone rund um Fort Jefferson nicht viel zu sehen. Wer genau schaut, wird feststellen, dass das marine Leben hier sehr vielfältig ist:

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Es gibt auf Garden Key zwei kleinere Strände, an denen man zu interessanten Schorchel-Routen ins Wasser gelangen kann. Besonders die Strecke vom South Swim Beach entlang der Moat Wall ist vielfältig und bietet einen interessanten Einblick in das Unterwasserleben der Region.

Entdecken kann man hier nicht nur kleinere Riff-Fische und Krebse, hin und wieder werden auch Wasserschildkröten, Hummer und sehr selten Haie gesichtet.

Goliath Grouper
Goliath Grouper und Seargent Major Fische an der Moat Wall des Fort Jefferson, Dezember 2023

Fast alle Tauchbasen in Key West bieten auch Tauchgänge in den Dry Tortugas an. Im Gebiet des Parks liegen mehrere historisch bedeutende Schiffswracks und Riffe.

Anreise zum Dry Tortugas National Park

Erreichbar ist der Dry Tortugas National Park nur von Key West aus per Boot, Fähre oder Wasserflugzeug. Durch die begrenzten Möglichkeiten der Anreise, hat der Dry Tortugas National Park den Vorteil, nie von Touristenmassen überrannt zu sein – man hat ausreichend Platz und Gelegenheit Garden Key und die Gewässer in der Umgebung zu erkunden.

Anreise per Fähre

Die meisten der ca. 90.000 jährlichen Besucher des Nationalparks nützen die Fähre „Yankee Freedom III„, die täglich um 7 Uhr von Key West abfährt. Mit der Fähre ist aufgrund der Fahrzeit von Key West nur ein Tagesausflug möglich.

Die Tickets für die Fähre sind oft Wochen- oder Monatelang im Vorhinein bereits ausgebucht, da es pro Tag nur max. 250 Tickets gibt.

Für die Besichtigung des Forts und der umliegenden Buchten hat man ausreichend Zeit, die Fähre legt gegen 11:30 auf Garden Key an und fährt erst gegen 15 Uhr wieder in Richtung Key West ab.

Besonders angenehm sind die Süßwasserduschen an Bord der Yankee Freedom III, die Schnorchlern die Möglichkeit geben, sich das Salzwasser vom Körper und aus den Haaren zu waschen. Man darf hier allerdings keine Shampoos oder Duschbäder verwenden, da das Abwasser direkt ins Meer abgeleitet wird.

Anreise per Wasserflugzeug

Der Flug von Key West mit dem Wasserflugzeug dauert ca. 45 Minuten und ist damit um einiges schneller als die Fähre. Die Besucher, die sich für diese Art der Anreise am frühen Morgen entscheiden, können daher das Fort und Garden Key ungestört und ohne andere Besucher erleben.

Wasserflugzeug auf den Dry Tortugas
Anreise per Wasserflugzeug

Jedoch ist der Preis für diesen flotten Transport um einiges höher als die Fähr-Tickets. Man kann zwischen einem Halbtages- oder Tagesausflug wählen.

Anreise mit dem eigenen Boot

Wer ein eigenes Boot besitzt, kann sich auf Garden Key mittels Selbstregistrierung eine Genehmigung einholen. Im Park selbst gibt es Ankerbojen für Freizeitboote bis 100 Fuß, diese sind jedoch nicht zur langfristigen Verankerung geeignet.

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