Kulturknigge USA: Diese Verhaltensregeln solltest du kennen

Gutes Benehmen ist interntational immer gerne gesehen. Vor allem als Tourist kann man schnell in ein Fettnäpfchen treten, das den Urlaub verderben kann. Umso wichtiger ist es, dass man bereits vor der Abreise die Verhaltensregeln kennt und auch richtig anwenden kann um diese Missverständnisse zu vermeiden.

Gutes Benehmen ist interntational immer gerne gesehen. Vor allem als Tourist kann man schnell in ein Fettnäpfchen treten, das den Urlaub verderben kann. Umso wichtiger ist es, dass man bereits vor der Abreise die Verhaltensregeln kennt und auch richtig anwenden kann um diese Missverständnisse zu vermeiden.

Fast jeder Amerikaner hat eine Person in der direkten Familie, die über den Atlantik oder Pazifik gefahren ist, nur um in den USA zu bleiben. Die kulturelle Vielfalt ist eine der besonderen Dinge, die die USA so einzigartig machen. Auch die Verhaltensregeln in den USA sind daher von den verschiedensten Kulturen geprägt.

Begrüßung und persönlicher Umgang

Trotz der kulturellen Vielfalt hat sich in den USA der Handschlag als Begrüßung durchgesetzt. Unter engen Freunden kann hier zusätzlich noch ein leichter Schlag auf die Schulter oder den Oberarm dazu kommen.

Der persönliche Raum wird von US-Amerikanern sehr geschätzt: der Babyelefant als Abstand zu der Person mit der man gerade spricht, ist durchaus normal.

Für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum mag es anfangs etwas befremdlich wirken: die schnelle Ansprache mit dem Vornamen. In den USA ist es üblich, auch Personen, die man gerade erst getroffen hat, mit dem Vornamen anzusprechen.

Trifft man jemanden in privatem Kontext, so ist es durchaus normal sich nur mit dem Vornamen vorzustellen. Im Business ist das zwar seltener, gerade wenn man für das gleiche Unternehmen arbeitet und in keiner hierarchischen Verbindung zueinander steht, ist die Anrede mit dem Vornamen möglich.

Tendenziell ist der persönliche Umgang miteinander an der US Westküste etwas lockerer. Personen an der US Ostküste sind hier etwas formeller, insbesondere in Städten wie Washington D.C., New York und Boston.

Small Talk und Kommunikation

Es ist relativ leicht, mit Personen die man unterwegs trifft in eine kurze, aber belanglose und durchaus oberflächliche Unterhaltung zu treten. Viele Amerikaner lieben Small Talk.

Allerdings tendieren sie generell zu optimistischen und positiven Bemerkungen. Gerne werden Dinge auch mit einer großen Portion Humor genommen, der allerdings häufig einen leicht sarkastischen Einschlag hat.

Persönliche oder gar negative Themen werden beim Small Talk allerdings gerne „unter den Teppich gekehrt“ und gar nicht angesprochen. Schließlich will man der Person, die man gerade getroffen hat, nicht zu nahe treten.

Heiklere Themen wie Finanzen, politische Einstellung und Religion sollte man lieber nicht anschneiden. Besser geeignet sind hier das Wetter, Sport und Reisen. Die Personen, mit denen wir auf unseren Reisen Small Talk geführt haben, waren immer erstaunt, wie gut wir ihr Land schon kennen.

Oft wird der Small Talk mit Phrasen wie „I hope we see you again“ oder ähnlichem beendet. Hier steht meist keine direkte Absicht dahinter, die Person wieder zu treffen. Vielmehr ist es ein Ausdruck, dass man die Unterhaltung miteinander als angenehm empfunden hat.

Verhaltensregeln USA: Essen und Trinken

Wait to be seated

Betritt man ein Restaurant oder ein Lokal, ist es eine übliche Verhaltensregel, beim Eingang zu warten bis man von einem Service-Mitarbeiter an einen Tisch geführt wird. Möchte man an einem bestimmten Tisch oder in einem bestimmten Bereich des Lokals sitzen, darf man aber durchaus seinen Wunsch äußern. Zum Beispiel in einer der typischen Sports-Bars kann man nach einem Sitzplatz mit Blick auf ein bestimmtes Football- oder Baseball Spiel fragen. Dieser Wunsch wird üblicherweise gerne erfüllt.

Trinkgeld ist nicht optional

Das Service-Personal ist üblicherweise sehr um das Wohlergehen der Besucher bemüht – immerhin arbeiten viele Kellner und Kellnerinnen für den Mindestlohn und sind daher auf Trinkgeld angewiesen. Sofern es nicht bereits auf der Rechnung angegeben ist, muss man mit mindestens 15% bis 20% Trinkgeld (Service gratuity) rechnen. Dieses legt man am Besten in bar auf den Tisch, bevor man das Lokal verlässt. So stellt man sicher, dass die Person die einen betreut hat, dieses Trinkgeld auch sicher erhält.

Trinkgeld geben gehört zu den guten Verhaltensregeln in den USA
Auch in Cafes und Takeaway-Lokalen findet man meist einen „Tip-Jar“ neben der Kasse.

Alkoholische Getränke

In den USA ist das trinken von Alkohol erst ab einem Alter von 21 Jahren erlaubt. Auch der Kauf von Wein, Bier und Spirituosen in einem Supermarkt ist erst ab 21 Jahren möglich.

Wer in einem Lokal ein alkoholisches Getränk bestellt, muss auch damit rechnen, nach einem Ausweis gefragt zu werden. Wie strikt das gehandhabt wird, ist je Bundesstaat und County unterschiedlich. Während in manchen Counties absolut ausnahmslos jeder nach dem Ausweis gefragt wird, gibt es andere, wo es ausreicht, dass man deutlich über 30 Jahre alt aussieht.

Wir hatten schon Abende, an denen Mitreisende von uns, die deutlich sichtbar bereits ins Pensionsalter fallen, bei der Bestellung von einem Glas Wein nach dem Ausweis gefragt wurden.

Die Rechnung bitte!

Hat man den Hauptgang fertig gegessen, so kommt meist die zuständige Person vom Service Personal vorbei und fragt ob man noch ein Dessert bestellen möchte. Lehnt man dies ab und bestellt auch kein weiteres Getränk, so darf man sich nicht als schlecht behandelt fühlen, wenn recht rasch die Rechnung gebracht wird. Meist wird diese mit den Worten „Whenever you are ready“ (wann immer du bereit bist) in einem hübschen Mäppchen auf den Tisch gelegt. Hier darf man sich durchaus ein wenig Zeit lassen, unendlich lange darf man die Rechnung nicht ignorieren.

Als gute Verhaltensregel wird es gesehen, wenn man gleich nachdem man nichts mehr bestellen möchte, selbst nach der Rechnung fragt.

Viele Amerikaner zahlen im Lokal mit der Kreditkarte. Der digitale PIN, der bei vielen deutschen und österreichischen Kreditkarten zur Zahlung erforderlich ist, wird nicht immer benötigt. Ist er dennoch erforderlich, kann es vorkommen, dass man dem Personal zu einer Service-Station folgen muss um diesen einzugeben. Mitunter hatten wir es auch schon, dass die Karte deswegen vom Personal als „declined“ eingestuft wurde. Dieses Missverständnis ist jedoch meist rasch aufgeklärt.

Verhaltensregeln USA: In der Öffentlichkeit

Dresscode am Strand

Verhaltensregel USA: Oben Ohne ist nicht gerne gesehen

Die USA verfügen über wunderschöne Strände, besonders in Florida sind diese auch beliebtes Touristenziel. Während es in Europa durchaus häufig vorkommt, dass Damen oben ohne sonnenbaden, so ist dies in den USA durchaus verpönt. In manchen Regionen sollte man auch ein knappes Bikinihöschen lieber daheim lassen: Public nudity (öffentliche Nacktheit) bringt einem eher eine Strafanzeige als einen Urlaubsflirt. FKK Strände sind extrem selten und immer gut ausgeschildert.

Die meisten Strandlokale haben beim Eingang ein Schild angebracht: „No shoes, no shirt, no service“. Die Verhaltensregel ist sehr streng zu sehen. Betritt man ein Strandlokal ohne Schuhe und T-Shirt, so wird man meist höflich aber durchaus bestimmt aus dem Lokal gebeten. Wie knapp das Badehöschen darunter ist, spielt meist nur eine sekundäre Rolle. Wer positiv auffallen möchte, hat zumindest eine kurze Short an.

Achtung Polizeikontrolle

Wird man von der Polizei zu einer Verkehrskontrolle aufgehalten, so muss man unbedingt im Auto sitzen bleiben. Idealerweise hält man sich mit beiden Händen „auf 10 und 2“ am Lenkrad fest. So suggeriert man den kontrollierenden Beamten, dass man keine Gefahr darstellt und kooperiert.

Muss man etwas aus einer Tasche, dem Handschuhfach, etc. holen (Autopapiere, Führerschein, etc.), so ist es gut, wenn man das bevor man dies tut, erwähnt. „My drivers license / ID is in my backpack. May I get it for you?“

In den USA sind Führerscheine nur begrenzt gültig und müssen regelmäßig erneuert werden. Hat man z.B. einen österreichischen Führerschein, der noch nicht im Scheckkartenformat ausgestellt ist, kann dies auch zu leichter Verwirrung führen. Dies ist aber meist recht schnell unter Vorlage des Reisepasses und einer Führerschein-Übersetzung aufgeklärt.

Bitte warten!

Ähnlich wie in Großbritannien sind auch die Amerikaner sehr diszipliniert, wenn es um das Anstehen in der Schlange geht. Vordrängen wird nicht gerne gesehen, traut sich dennoch jemand dies zu tun, ist die Zivilcourage relativ hoch und die betroffene Person wird – durchaus manchmal sehr harsch – in die Schranken gewiesen.

Beim Anstehen in der Schlange kommt es häufig zu Small Talk unter den wartenden Personen, das kann die Wartezeit zu einer angenehmen Erfahrung machen. Wir haben auf diese Art schon den einen oder anderen Geheimtipp erfahren können!

Steht man z.B. für die Einreise in die USA in der Schlange, sollte man keinesfalls Witze und Bemerkungen über verbotene Substanzen, kriminelle Delikte oder sonstige in den USA verpönte Handlungen machen. Auch den süßen Drogenhund, der durch die Reihen geführt wird, ignoriert man lieber. Behandelt man die Beamten nicht mit Höflichkeit und Respekt, so kann man im schlimmsten Fall sogar aus dem Land ausgewiesen und wieder nach Europa zurück geschickt werden.

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