Je nachdem in welches Land man reist, muss auch die Reiseapotheke neu zusammengestellt werden. Bei einer Reise in ein europäisches Land oder Nordamerika sollte zumindest die Basis-Reiseapotheke mit dabei sein um für die häufigsten Notfälle gerüstet zu sein.

Vorweg angemerkt: Ich bin kein Mediziner sondern gebe hier lediglich meine persönlichen Erfahrungen weiter! Dieser Artikel ersetzt nicht den Besuch beim Allgemeinmediziner des Vertrauens!

Generell sollten in die Reiseapotheke nur Medikamente kommen, die man schon einmal zu sich genommen bzw. verwendet und auch gut vertragen hat. Also keine Experimente – das kann am Urlaubsort dann weniger angenehme Folgen haben, wenn z.B. unangenehme Nebenwirkungen auftreten oder das Medikament nicht wie gewünscht wirkt. Man sollte auch eventuell benötigte Lagerbedingungen (min/max Temperatur, Luftfeuchtigkeit, etc.) bei der Auswahl der Medikamente für die Reiseapotheke mit berücksichtigen.

Alle Medikamente, die man regelmäßig einnehmen muss müssen auf alle Fälle in die Reiseapotheke. Wer während der Anreise (z.B. bei mehrstündigen Flügen) ein Medikament einnehmen muss, sollte sich erkundigen ob dafür ein medizinisches Attest erforderlich ist. Generell ist es bei speziellen, eher unüblichen Medikamenten gut, eine Bestätigung vom Arzt in Englischer Sprache mit dabei zu haben.


Ich wurde bereits mehrmals auf mein Schmerzmittel gegen Kopfweh beim Handgepäcks-Check angesprochen da dieses Präparat in den USA nicht bekannt war.

Reiseapotheke im Handgepäck – nicht alles geht!

ReiseapothekeNicht alle Verabreichungsformen (z.B. Injektoren, Injektionsnadeln, etc.) dürfen so ohne weiteres mit an Bord eines Flugzeugs genommen werden. Üblicherweise findet man auf der Website der Airline, die den Flug durchführt entsprechende Informationen.

Handgepäcksbestimmungen variieren von Fluglinie zu Fluglinie, daher sollte man sich vor dem Abflug nach den gültigen Bestimmungen bei der Fluglinie oder dem Reisebüro, bei dem man gebucht hat erkundigen.

Zusätzlich sollte man bei besonderen Medikamenten recherchieren ob man sie ins Zielland mitbringen darf.

Jegliche Medikamente sollten auch im Handgepäck in der Orignalverpackung mitgeführt werden. So können unangenehme Situationen beim Security Check schnell aufgeklärt werden. Als Beispiel kann ich hier von einer Situation am Flughafen von Miami berichten: Mein mitgebrachtes Schmerzmittel war nicht als Marke bekannt. Der Aufdruck der Wirkstoffe Paracetamol und Acetylsalicylacid gemeinsam mit meiner Erklärung, das wären Kopfweh-Tabletten hat die Sicherheitsbeamten dann schnell beruhigt.

Mindesthaltbarkeit prüfen

Rechtzeitig vor der Abreise sollte auch das Verfallsdatum aller eingepackten Präparate überprüft werden – nur was bis zum Ende der Reise noch nicht abgelaufen ist, darf noch in der Reiseapotheke mitgenommen werden. Alles andere muss entsprechend entsorgt werden.

Tipp: Auch die Hausapotheke sollte regelmäßig auf eventuell abgelaufene Medikamente überprüft werden, nicht erst wenn man für den Urlaub packt.


Was gehört in die Reiseapotheke?

Verbandszeug

Wer unterwegs ist, kann sich schon mal aufschürfen oder beim Wandern eine Blase laufen. Wer da mit PflasterMullbinde und Desinfektionsmittel ausgestattet ist, hat mit solchen Situationen wohl weniger Probleme. Blasenpflaster, die einen Schutz bei schon entstandenen Blasen bieten sind bei uns immer mit dabei! Eine Pinzette ist auch ein hilfreiches Werkzeug, ein Span ist schnell unter die Haut eingezogen.

Fieberthermometer

Wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, der sollte auch ein Fieberthermometer einpacken. Besonders wenn man mit Kindern reist, kann das schnell hilfreich sein.

Medikamente gegen ÜbelkeitErbrechen Durchfall

Wer in fremden Ländern unterwegs ist, der probiert schon mal gern die lokale Küche. Nicht immer entsprechen die hygienischen Voraussetzungen dem, was wir von daheim gewohnt sind. Montezumas Rache oder der Fluch des Pharao – in manchen Ländern sind Durchfallerkrankungen schon fast Standard einer Reise.

Wird man von einer derartigen Erkrankung trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nicht verschont, hilft oft nur noch Schadensbegrenzung.

Achtung auf Elektrolythaushalt! Wer Durchfall hat oder häufig erbrechen musste, muss die fehlenden Elektrolyte auffüllen und darf auch das Risiko der Dehydrierung nicht unterschätzen.

Hier gibt es eigene, unterstützende Präparate – der Allgemeinmediziner des Vertrauens kann da sicherlich gut beraten!


Muskelzerrungen, Verstauchungen, Blutergüsse

Auch diese Verletzungen entstehen schneller als man denkt – in den Apotheken gibt es hier genügend rezeptfreie Präparate, die einem in so einer Situation helfen.

Kühlgel gegen Insektenstiche, evtl. Repellentien

Je nach Reiseland wird man stärkere oder schwächere Präparate benötigen, wer in kalte Gegenden reist braucht sie eventuell gar nicht mitnehmen.

In Hawai’i hat es sich für uns als beste Lösung erwiesen auf ein lokales Präparat zu setzen, denn den No-see-ums (kleine Stechmücken) waren unsere europäischen Anti-Mückenstich Sprays recht egal.

Schmerzmittel

Kopf- und Zahnweh können den Urlaub gründlich zerstören, wer eine ausreichende Menge an Schmerzmittel mit hat, kann sich so im Bedarfsfall helfen. Bitte bei der Menge den Hausverstand walten lassen, man macht ja Urlaub und ist kein Drogenkurier 😉

Reiseapotheke mit dem Allgemeinmediziner absprechen

Generell eine gute Idee: die Reiseapotheke mit dem Allgemeinmediziner des Vertrauens absprechen, in medizinischen Fragen (und da gehört die Reiseapotheke eindeutig dazu!) ist er oder sie als Fachmann kompetenter Ratgeber. Wer sich also unsicher ist, sollte sich nicht scheuen und einen Beratungstermin vereinbaren.

Das schönste an der Reiseapotheke: wenn man sie nicht braucht! Aber in dem Fall kann man sich beruhigt zurück lehnen, denn man hat rechtzeitig vorgesorgt und sich für den Fall der Fälle vorbereitet!

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