Die Mayflower war das Schiff, das 1620 die ersten Siedler nach Massachusetts brachte. Sie war eines der geschichtsträchtigsten Schiffe in der nordamerikanischen Siedlungsgeschichte und stellt ein kulturelles Wahrzeichen in der Geschichte der USA dar.

Wann genau sie gebaut wurde, ist nicht bekannt: vermutlich ist sie zwischen 1570 und 1600 vom Stapel gelaufen. 1607 kaufte Christopher Jones die Mayflower um Warenhandel zu betreiben. Das Schiff konnte ca. 180 Tonnen Waren transportieren, sie war jedoch nicht primär für den Passagiertransport konzipiert. 

Die Überfahrt der Mayflower 1620

Ursprünglich sollte die Überfahrt bereits im Juli 1620 beginnen, technische Probleme verzögerten die Abfahrt jedoch um mehrere Wochen. 

Im September 1620 schließlich brachen Christopher Jones und  seine 30-köpfige Crew auf um 102 Passagiere von Plymouth (England) zur Überfahrt nach Nordamerika auf. Mit im Konvoi war noch ein zweites Schiff, die Speedwell, dass jedoch wieder umkehren musste da es immer wieder Leck gab und das Schiff daher für die lange Reise über den Atlantik zu undicht war. 

Die Siedler waren auf engem Raum untergebracht, die Decke ist nur knapp 1,5 m hoch und umfasste nur knapp 150 Quadratmeter. Bei unserem Besuch des Nachbaus war es gut vorstellbar, wie eng es damals auf dem Schiff gewesen ist.

Im Frachtraum der Mayflower IIIdeal für eine Atlantiküberquerung war die Mayflower nicht. Durch ihre schlechten Segeleigenschaften brauchten sie bis Anfang November 1620 um ihren ersten Landfall zu machen. Ursprünglich landeten sie im Hafen vom heutigen Provincetown auf Cape Cod, weitaus nördlicher und später im Jahr als ursprünglich geplant. Beides stellte eine Herausforderung für die ersten Wochen nach der Landung dar, da die mitgebrachten Vorräte nicht ausreichten und frische Nahrungsmittel im Winter schwer zu beschaffen waren. Walmart gab’s ja noch nicht.

Einige Wochen nach dem ersten Landfall segelte die Mayflower weiter zum heutigen Plymouth, da sie dort bessere Siedlungsbedingungen erwarteten. Dort gründeten sie ihre erste Siedlung mit einfachen Holzhütten.

Die Mayflower kehrte damals nach dem ersten Winter mit nur der Hälfte der Crew wieder zurück nach England, der Rest starb während des Winters 1620/21 an Krankheit oder Erschöpfung. Zwei Jahre nach der Überfahrt nach England verliert sich die Spur der Mayflower. Ihr genaues Schicksal ist unbekannt.

Die Passagiere der Mayflower sind genau dokumentiert. Schon damals wurden Geburten, Hochzeiten und Todesfälle in Büchern festgehalten, daher können viele Amerikaner auch heute noch ihre Vorfahren bis auf die Pilgrim Fathers zurückführen.

Der originalgetreue Nachbau: die Mayflower II

Die Mayflower II ist ein originalgetreuer Nachbau des ersten Schiffes und wurde 1955 in England gebaut. Sie segelte 1957 die Route Plymouth (England) – Plymouth (Massachusetts). Ihre Jungfernfahrt von Plymouth (Devon, England) nach Plymouth, MA dauerte nur knapp einen Monat.

Sie ist Teil des Plimoth Plantation Museums, das nicht weit von ihrem heutigen Dock entfernt liegt.

2020 sollten anlässlich des 400-jährigen Jubiläums der Überquerung einige Veranstaltungen in England, den Niederlanden (woher viele der Siedler ursprünglich stammten) und natürlich Plymouth, MA statt finden. Diese wurden jedoch aufgrund der COVID-19 Pandemie vorerst aufgeschoben. 

Besichtigung

Die nachgebaute Mayflower II liegt am State Pier von Plymouth in Massachusetts und kann besichtigt werden soferne sie nicht aufgrund Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten geschlossen ist. Details zur Besichtigung sind auf der Webseite von Plimoth Plantation veröffentlicht.

Für uns war der Besuch im September 2008 trotz trüb-grauem Wetter durchaus ein Erlebnis – Geschichte hautnah erleben ist immer besonders. Für unsere Besichtigung hatten wir uns eine Stunde Zeit genommen, was durchaus ausreichend war. Besonders ausgezahlt hat sich das Kombiticket mit Plimoth Plantation. Wir haben die Siedlung vor der Mayflower besichtigt, im Nachhinein gesehen wäre es umgekehrt noch beeindruckender gewesen. 

Viele Besucher waren während unserer Besichtigung nicht vor Ort, das mag jedoch auch an der Jahreszeit und dem Wetter liegen. Daher können wir keine Angaben zu eventuellen Wartezeiten machen. Es wird jedoch immer nur eine bestimmte Anzahl an Besuchern auf die Mayflower gelassen.

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