amerikanische Weihnachtsbräuche

Eine im Jahr 2004 durchgeführte Umfrage kam zum Ergebnis, dass 96% der amerikanischen Bevölkerung Weihnachten feiert. Kaum zu glauben, denn die USA sind ein Schmelztigel der verschiedensten Kulturen dieser Erde. Genauso vielfältig gestalten sich auch die Bäuche zur Weihnachtszeit.

Der Handel – der diese Jahreszeit natürlich auch ausnützt um in den letzten Wochen eines Jahres noch den Umsatz anzukurbeln – versucht die verschiedensten Feste untschiedlicher Kulturen zur Weihnachtszeit zu verbinden. So wird nicht nur das christliche Weihnachtsfest und das jüdische Chanukka wirtschaftlich ausgenützt, sondern auch das afroamerikanische Kwanzaa und diverse andere Winterfeste, zum Beispiel das nordische Julfest zur Wintersonnenwende.

X-Mas – typisch amerikanisch?

In den letzten Jahren hat sich (auch bei uns in Europa) vielfach die Schreibweise „X-Mas“ oder „Xmas“ für Weihnachten durchgesetzt. Viele Menschen glauben, dass das eine neumodische Abkürzung für das englische Wort „Christmas“ ist. Was die meisten aber nicht wissen (und ich muss ehrlich gestehen, ich habe es vor der Recherche zu diesem Artikel auch nicht gewusst), dass das X in dem Wort Xmas eigentlich auf den griechischen Buchstaben „Chi“ kommt. Dieser Buchstabe wird schon seit Jahrhunderten als die Abkürzung für „Christos“ verwendet. Eine alte Schreibweise von Xmas lautet „X’temmas“ und ist in der englischen Sprache sogar bereits 1551 belegt. So neu ist also diese Abkürzung gar nicht!

Nun aber zu den in den USA üblichen Bräuchen zur Weihnachtszeit…

Generell wird Weihnachten in den USA (genauso wie in Großbritannien, Australien und Neuseeland) erst am 25. Dezember gefeiert. An diesem Feiertag kommen die oft über die gesamten USA verstreuten Familien zusammen. Daraus erklärt sich auch, dass die Tage vor dem 25. Dezember (im besonderen der 22. und 23.12.) die wichtigsten Reisetage der USA sind. Kurzfristig einen Flug zu bekommen, ist oft unmöglich – Flüge an diesen Tagen sind oft Monate im Voraus schon ausgebucht. Alternativ fahren viele Leute auch mit dem Auto weite Strecken, Chris Rhea hat in seinem Song „Driving Home for Christmas“ diese Art der Anreise und die Vorfreude auf das größte Familienfest schon besungen. Auch viele andere Künstler nützen Weihnachten für einen Versuch die Spitze der Charts zu erklimmen.

Die einzelnen Bräuche können sich regional stark unterscheiden – das fängt allein schon mit dem Weihnachtsessen an. Meistens wird ein Truthahn gebraten, dieser gilt als exquisit und besonders festlich. Das Rezept für den Familien-Truthahn wird oft als großes Küchengeheimnis nur innerhalb der Familie weitergegeben.

Aber nicht nur beim Festessen wird Wert auf eine feierliche, besondere Stimmung gelegt. Viele Häuser werden mit Figuren und Lichterketten geschmückt, Tannenkränze mit großen Schleifen findet man oft an Türen, genauso wie überdimensionale Zuckerstangen, Rentiere und Elfen im Vorgarten. (In manchen Gegenden scheint ein richtiger Wettkampf zu herrschen, wer die kitschigste Weihnachtsdekoration besitzt.)

Santa Claus – ein amerikanischer Weihnachtsbrauch (oder doch nicht?)

Ganz anders als bei uns in Europa bringt in den USA nicht das Christkind die Weihnachtsgeschenke, sondern Santa Claus. Auch dieser ist keine amerikanische Erfindung, der Ursprung des Santa Claus kommt aus den nordischen Ländern wo der Tradition nach Sintaklaas die Geschenke bringt. Einwanderer aus diesen Ländern haben ihn mit in die USA gebracht. Am Abend des 24.12. stellen ihm die Familien einen Teller mit Keksen und ein Glas Milch zur Stärkung bereit, Kinder kontrollieren mitunter zuerst ob dieses Dankeschön auch angenommen wurde, bevor sie sich über die Geschenke freuen.

Aber nicht nur Sintaklaas wurde aus Europa mitgenommen, auch viele Weihnachtslieder haben ihren Ursprung in Großbritannien und Australien. Die Rentierschlitten, mit denen Santa Claus unterwegs ist, gehen zum Beispiel auf lateinische Prozessionen zurück.

Vor dem Kamin werden auch – ähnlich wie in Großbritannien – die Christmas-Stockings (Weihnachssocken) aufgehängt. Diese oft schön verzierten, überdimensionalen Socken werden mit kleinen Geschenken gefüllt.

Der Weihnachtsbaum ist auch keine ursprünglich-amerikanische Erfindung, dieser wurde von Deutschen Einwanderern mit in die USA genommen. Anders als bei uns wird dieser Baum jedoch nicht mit Bienenwachskerzen geschmückt, sondern meist mit elektrischen Kerzen beleuchtet. (Ich habe jedoch in den letzten Jahren beobachten können, dass diese Art der Beleuchtung auch bei uns in Europa vermehrt beliebt ist.)

Season Greetings anstatt Merry Christmas

Bei diesen vielen, unterschiedlichen Brauchtümern und Traditionen ist es schwer, niemanden mit Weihnachtsgrüßen per Post zu beleidigen. Aus diesem Grund wird in den USA keine Weihnachtskarte mit der Aufschrift „Merry Christmas“ oder ähnlichem verschickt: um politisch korrekt zu bleiben versenden die Amerikaner höchstens „Season Greetings“. Das ist wohl eine der wenigen urtypisch-amerikanische Sitte.

Du kennst noch weitere amerikanische Weihnachtsbräuche? Dann beschreib sie doch in einem Kommentar zu diesem Artikel!

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