Wanderung ins Kühkar

im KühkarIm Sommer 2007 haben wir unsere Urlaub im Gasteinertal verbracht, von hier aus haben wir z.B. Tagesausflüge zum Großglockner oder auch den Krimmler Wasserfällen gemacht. Ein besonderes Highlight war aber auch die Wanderung ins Kühkar.

Wer in den Alpen wandern geht, sollte nicht unbedingt zu den Langschläfern gehören: wir sind deshalb schon früh aufgestanden und haben unser Auto gegen halb neun Uhr früh am Parkplatz in der Nähe des Hotels Grüner Baum in Bad Gastein geparkt.

 

Gut ausgerüstet mit einer Mittagsjause und einer großen Flasche Wasser haben wir uns auf den Weg gemacht. Die erste dreiviertel Stunde geht man am Talboden auf einem breiten Forstweg, vorbei an der beeeindruckenden Himmelwand. Die Landschaft wechselt zwischen Wald und Wiese, man hat teilweise einen wunderschönen Blick auf die umliegenden Gipfel.

Wir lassen uns Zeit und gehen gemütlich den Weg entlang, genug Zeit auch für mich um einige Fotos zu machen. Der Fotorucksack ist natürlich mit dabei!

Kötschachtaler Ache im KühkarEtwa auf der Hälfte der Strecke zum Alpengasthof Prossau zweigt der Weg zum Redsee ab, er ist kaum zu verfehlen und durch die Brücke über den Bach leicht zu erkennen. Wir überlegen uns einen Moment lang die Tour umzudrehen und den Weg zur Redseehütte zu gehen, bleiben aber dann doch lieber bei unserem ursprünglichen Ziel weil wir für die andere Tour nicht richtig ausgerüstet wären.

Beim Alpengasthof Prossau angekommen haben wir schon die ersten 200 Höhenmeter bewältigt. Unmittelbar nach dem Gasthof geht es steil bergauf: auf diesem Hang schlängelt sich in Serpentinen ein schmaler Gehweg hinauf ins Kühkar. Nach einer kurzen Pause gehen wir weiter, die ersten Meter des Weges sind nicht so einfach zu bewältigen da alles noch nass und rutschig vom Gewitter des Vortages ist.

Festes Schuhwerk ist auf dem Weg sehr empfehlenswert!

Nach ein paar Höhenmetern dann der erste Blick auf das Tal hinunter: friedlich liegt der Hof unter der Himmelwand, man hört nur die Geräusche des Windes in den Baumwipfeln, hin und wieder zwitschert ein Vogel. Ich muss immer wieder in einer Serpentine stehen bleiben, zum einen weil die Landschaft in diesem Seitental dazu einlädt und zum anderen, weil meine Kondition nicht mehr die Beste ist. Die Beschreibungen vom Kühkar und dessen Hochmoorlandschaft die mir meine bessere Hälfte immer wieder gibt spornen aber enorm an und so haben wir den Aufstieg nach gut zwei Stunden geschafft.

Unterwegs treffen wir einen Mitarbeiter des Nationalparks Hohe Tauern, der schon wieder am Rückweg ist. Hier wird ja auch regelmäßig geschaut ob die Wanderwege benützbar sind. Außer diesem Wanderer haben wir den ganzen Tag über keine Menschen getroffen!

Blick nach unten ins KötschachtalDas Kühkar selbst liegt bereits in der Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern und untersteht somit besonderen Naturschutzbedingungen.

Oben angekommen suchen wir uns ein trockenes Fleckchen Wiese neben dem Bach und schlagen unser Mittagslager auf. Die Füße werden ins kalte Wasser gehalten – kneipen hilft bei Wanderfüßen! Meine haben leider schon Blasen – das wird noch ein anstrengender Abstieg!

Wer möchte kann vom Kühkar noch weiter bis auf die Kleinelendscharte bis ins Maltatal wandern. Diese Tour ist aber etwas für erfahrene Wanderer, oben gibt es auch das Ali-Lanti-Biwak falls man es nicht an einem Tag schafft oder ein Unwetter kommt. Wir lassen diese Tour aber lieber sein, von Alpinisten sind wir weit entfernt!

Blick in Richtung KärntenIm Sommer stehen hier oben im Kühkar meist einige Haflinger auf der Alm,  einer kommt ganz neugierig zu uns herüber. Nachdem wir aber kein Leckerli mithaben, dreht er wieder um und verschwindet im Wald. Hin und wieder hört man nur sein schnauben.

Nach einer ausgedehnten Mittagspause treten wir wieder den Heimweg an. Bergab sind manche Stellen noch rutschiger als beim bergauf klettern, wir steigen teilweise auf allen vieren den steilen Weg hinunter. Diesmal bleiben wir nicht beim Alpengasthof Prossau stehen, meine Blasen sind leider beim Abstieg nicht besser geworden.

Passende Socken zum Schuhwerk sind Pflicht! Mein Großvater schwörte hier auf einmal getragene (ungewaschene) Wollsocken. Ob’s wirklich hilft, weiß ich allerdings nicht.

HochmoorNach insgesamt 6 Stunden Gehzeit kommen wir wieder beim Auto an. Wir wären wahrscheinlich flotter gewesen, hätte mir nicht auf den letzten Kilometern jeder Schritt geschmerzt. Trotzdem hat sich die Tour ausgezahlt – wir haben jede Menge schöne Alpenlandschaft genießen können, ganz allein für uns.