Flug nach Zell am See

Diesmal schreibt der „Pilot in Command“ – ein wenig fliegerisches Vokabular wird den Bericht hoffentlich auch für Laien noch verständlich belassen.

23. Mai 2009 09:00: wir sind die ersten, die sich bereits nach dem Tanken beim Turm von Wr. Neustadt melden. Flugplan ist aufgegeben, Departure- und Takeoff Briefing sind auch erledigt. Wir nutzen die Gunst der frühen Stunde und fliegen Richtung Schneeberg – immer begleitet von den immer mehr werdenden Funksprüchen anderer Flieger auf Wien Info 118,525 (Handover auf 124,4 passiert meistens in der Schneeberg-Gegend). Nachdem wir Lanzen/Turnau passiert haben, drehen wir eine Runde über den Erzberg.

Der Erzberg

Der Erzberg

Weiter gehts Richtung Trieben, entlang dem Ennstal, über die MATZ von Aigen drüber, weiter immer Richtung Schladming und über Flachau.

Es ist zwar schon Ende Mai, aber man sieht sehr oft wo die Natur ein wenig hintennach ist, weil der Schnee von Langlaufloipen oder Schipisten länger gebraucht hat bis er komplett weg getaut ist. Von unten sieht man das ja nie, aber aus der Luft bietet sich einem hier ein interessantes Bild!

Die Luft ist heute auch herrlich ruhig, nur mit der Zeit wird es etwas warm unter der Plexiglashaube des Fliegers.

Aigen

Flugplatz Aigen

Grimming

Blick auf den Grimming

Flachau

Die Schipisten von Flachau

Zell am See

Anflug auf Zell am See

In der Region ist die Verständigung mit Wien Info nicht mehr ganz so einfach. Von Radstadt bis kurz vor Zell am See haben wir keinerlei Funkkontakt. Zell am See liegt von der Oststeite her gesehen hinter dem nördlich des Salzachtal gelegenen Hundsstein, was beim Rufen des Platzes Geduld erfordert. Der Einflug nach Zell von Osten erfolgt in mindestens 4500 ft rund um den Hundsstein am Hang über den See bis über den Wegpunkt N.

Golfplatz Zell am See im Endanflug

Golfplatz Zell am See im Endanflug

Danach sinken wir auf die Platzrundenhöhe von 3500 ft Richtung Westen und fliegen dem Hang entlang weiter mit anschließendem Eindrehen zur Landung auf der Piste 08 (über die Köpfe der Golfspieler hinweg).

Apron Zell am See

Apron Zell am See

Nach einer kleinen Erfrischung am Flugplatz (Flugzeit bis hierher war doch 1:55, was in der Katana schon die Grenze „anstrengend“ erreicht) haben wir eine kleine Runde Richtung Norden, beim Hochkönig vorbei, über Dienten und Bischofshofen zurück Richtung Gasteinertal gedreht. Einmal bis Bad Gastein und zurück wieder nach Zell am See – wunderschönes Panorama …

Ein bisserl Tanken tut bei dem langen Rückflug nach Wiener Neustadt immer gut, und auf gehts wieder Richtung Osten. Tanken in Zell kann auch länger dauern: durch einen UL-Verband aus Deutschland war am Apron viel los. Alle wollten Tanken und haben sich zum Abflug angestellt. (Ich wollte schon fast einen „Startup Clearance“ einholen). Ausflug wie vorhin über November2 und November1, weiter beim Hochkönig vorbei über Bischofshofen Richtung Paß Lueg.

Zeller See

Blick auf den Zeller See nach dem Start

Hochkönig

Majestätisch zeigt sich der Hochkönig

Als Hinweis möchte ich die Berechungen der Density Altitude aus den Flugschulen in Erinnerung rufen. Auf der Piste 08 haben wir 660m TORA (Take Off Range Available) zur Verfügung, was Piloten von nicht turbogeladenen und schweren Flugzeugen bei der hohen Außentemperatur auf jeden Fall bedenken sollten!

Funkkontakt mit Wien Info gab es wieder ab dem Paß Lueg (wo auch schon der Flughafen Salzburg in Sicht war).

Paß Lueg

Paß Lueg

Die neue Luftraumstruktur südlich von Salzburg beachted bekamen wir von Salzburg Tower die clearance ein Stück des dortigen Luftraums D zu benützen und in der Höhe weiter über den Fuschel-, Wolfgang-, Mond- und Attersee zu fliegen. Von dort aus immer dem Alpennordrand entlang bis St. Pölten. Von dort kann man sich super dem SNU VOR bemächtigen – einfach dem QDM 120 folgen und man kommt genau über Berndorf, südlich der Platzrunde Vöslau bis kurz vor Wiener Neustadt.

Ich muss ehrlich sagen, nach erneuten 1:45 war ich dann schon froh wieder aussteigen zu dürfen. Nach mehr als 3,5 Stunden an einem Tag in der Katana braucht man einige Zeit, um sich die Beine wieder zu vertreten! (Insidertipp: Fliegerwaschen entspannt unheimlich!!!)

Fluggerät: Katana DV20 – 100PS, OE-ARW

Hier noch ein paar Bilder vom Rückflug:

Eisriesenwelt Werfen

Eingang zur Eisriesenwelt Werfen

Seengebiet

Fuschl See

Seengebiet

Herrliche Sicht auch im oberösterreichischen Seengebiet!

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