Cable Car Museum

Cable Car Museum

Wer in San Francisco ist wird sie unmöglich übersehen oder überhören können: die Cable Cars. Sie sind weltweit die einzigen Strecken, die mit einem entkoppelbaren Kabelsystem unterwegs sind. Besonders beliebt sind sie bei Touristen – aber auch viele Einheimische nutzen dieses öffentliche Verkehrsmittel.

Wie funktioniert die Cable Car?

Während der Fahrt sieht man den Fahrer zwar mit verschiedenen Hebeln werken und im hinteren Teil der Cable Car steht ein weiterer Mitarbeiter an einer Kurbel – aber was machen die?

Die Mannschaft

Der Fahrer an den Hebeln ist der sogenannte „Gripman“. Er ist dafür zuständig das Kabel aufzunehmen bzw. los zu lassen wenn der Waggon langsamer werden soll oder stehen bleiben muss. Der Gripman bedient auch die Schienenbremse mit einem weiteren Hebel und hat ein Pedal für die Fußbremse. Im hinteren Teil des Waggons ist der „Bremser“ am Werk, er ist zusätzlich auch noch Schaffner für diesen Waggon.

Da zwischen Gripman und Bremser meist recht viele Passagiere sitzen und stehen und die Cable Car nicht gerade ein geräuscharmes Verkehrsmittel ist, können sie sich nicht durch Zurufe verständigen. Die beiden Fahrer kommunizieren über verschiedene Glockensignale miteinander.

Bremsen einer Cable Car

Die Schienenbremse

Betätigt der Gripman die Schienenbremse mit dem Hebel, senken sich Holzklötze auf die Schienen und verlangsamen so die Fahrt des Waggons. Dies reicht natürlich nicht aus um in einem steilen Streckenabschnitt die Cable Car zum Stillstand zu bringen.

Die Fußbremse

Mit der Fußbremse werden Bremsbacken am vorderen Drehgestell angezogen, sie bremsen den Waggon am stärksten ab. Sie wird genau wie die Schienenbremse vom Gripman im vorderen Teil des Waggons betätigt.

Die Radbremse

Die Radbremse wird in steilen Streckenabschnitten zusätzlich zur Schienen- und Fußbremse eingesetzt. Da der Gripman mit den beiden anderen Bremsen schon genug zu tun hat, bedient die Radbremse der Bremser im hinteren Waggonteil.

Das Kabel

Das Kabel einer Cable Car Linie ist permanent in Bewegung, der Gripman nimmt es zur Weiterfahrt auf bzw. ergreift es mit dem Greifer fester. So kann das Kabel nicht mehr durch den Greifer durchrutschen und die Cable Car fährt an. Das Aufnehmen und Loslassen des Kabels ist eine gar nicht so einfache Aufgabe, greift der Mechanismus zu schnell fährt die Cable Car ruckartig an und eventuell auf den Trittbrettern stehende Passagiere könnten hinunter fallen.

Die Kabel dehnen sich natürlich mit der Zeit etwas, das ist auch abhängig davon wie viele Cable Cars auf einmal „eingeklinkt“ sind. Mitunter muss ein Kabel neu verlegt werden. In so einem Fall wird das neue Kabel in das alte verspleisst und neu eingezogen. Dann wird das alte Kabel aufgerollt und mit dem neuen ein neuer Kreislauf gebildet.

Alle Kabel werden im Maschinenhaus an der Ecke Mason St./Washington St. betrieben. Direkt im Maschinenhaus ist auch das Cable Car Museum untergebracht, der Eintritt ist sogar gratis. Vom Besucherraum aus kann man auch die Antriebsrollen beobachten.

In den Kurven werden die Kabel über Rollen umgelenkt, es gibt zwei Arten von Kurven: Let-Go Kurven und Pull-Kurven. Je nachdem welche Kurve gefahren werden muss, muss der Gripman richtig reagieren.

Da die Seile nur in eine Richtung laufen muss am Ende der Strecke gewendet werden. Die Waggons der Cable Cars können ebenfalls nur in eine Richtung fahren. Es gibt sogenannte „Turn Tables“ auf denen die beiden Fahrer der Cable Cars den Waggon relativ leicht wenden können.

Eine weitere Besonderheit der Cable Cars und ihrer Fahrer sind die rhytmischen Klingelzeichen die sehr oft und meistens an Stellen mit vielen Zuhörern erklingen: alljährlich gibt es unter den Fahrern der Cable Cars einen Klingelzeichen-Wettbewerb. Und für so einen Wettbewerb muss natürlich geübt werden. Wer genau hinhört kann so die einzelnen Fahrer voneinander unterscheiden.

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