Rundreisen planen

Rundreisen planen

Immer wieder werde ich von Bekannten und Freunden gefragt, was wir denn so alles vorbereiten bzw. buchen bevor wir eine USA-Rundreise machen.

Generell muss man zwischen zwei verschiedenen Arten von Reisenden unterscheiden:

  • Der „Null-Sorgen“-Typ
    Der „Null-Sorgen“-Typ geht ins Reisebüro und wählt sich wahrscheinlich eine vorgeschlagene Route aus einem Reisekatalog aus. Alles ist durchgeplant und man muss sich an vorgegebene Routen, Hotels und Sehenswürdigkeiten halten.Hat natürlich einen Vorteil: man braucht sich während des Urlaubs um nichts mehr kümmern, denn es sind alle Details des Urlaubs von vorneherein bekannt.Eine Sonderform des „Null-Sorgen“ – Typs ist der Gruppenreisende.
  • Der Alles-Selber-Planer
    Die Motive des Alles-Selber-Planers sind vielfältig. Man will flexibel sein, die vorgegebenen Routen gefallen nicht, viele glauben dadurch günstiger zu urlauben (muss nicht immer stimmen!). Für viele ist es auch ein besonderes Erlebnis in der Früh vom Hotel wegzufahren und nicht zu wissen wo man abends schläft.
    Vielen ist diese Art zu reisen zu riskant, besteht ja doch die Angst den Rückflug nicht pünktlich zu erreichen.

Ich persönlich gehöre – wie zu vermuten war – zur zweiten Gruppe der Alles-Selber-Planer.

Rahmenbedingungen festlegen

So eine USA-Reise plant sich bekanntlich ja nicht von selbst, und auch wenn man sich möglichst viel Spielraum lassen möchte was Route und Zeit betrifft, ganz ohne Planung geht’s auch nicht.

Der erste Schritt eine Rundreise zu planen ist naheliegend: die Auswahl des ungefähren „Zielgebietes“. Dann sollte man sich überlegen wie lange man für die Reise Zeit hat (haben möchte).

Hurricane Irene 24.August 2011Sind diese beiden Eckpunkte klar, kann es schon an die Recherche gehen. Schließlich will man ja nicht mitten in einem tropischen Hurrikan in Florida sitzen oder bei -40°C in Alaska Sightseeing machen. Also Klima checken: Durchschnittstemperaturen, Niederschlagsmenge, lokale Besonderheiten (z.B. Fall Foliage in New England), etc.

Florida hat z.B. zwischen Juni und November Hurricane Season, wer zu dieser Zeit in die Everglades will muss also damit rechnen möglicherweise für ein paar Tage im Hotel bleiben zu müssen. (Ich habe mir sagen lassen, dass es durchaus Leute gibt, die speziell zu diesen Zeiten gerne reisen. Wahrscheinlich auch eine Art Abenteuer…)

Nächster Schritt: Flug buchen

Erfahrungsgemäß werden die Flüge, je näher das Abflugdatum liegt, teurer. Wir haben meist 4-6 Monate vor dem geplanten Urlaub begonnen die Flugpreise ein wenig zu beobachten. Angebote gibt es bei fast allen Airlines immer wieder. Es zahlt sich auch aus, die Preise von etwas weiter entfernten Flughäfen ein wenig unter die Lupe zu nehmen. Hier kann es durchaus spürbare Preisunterschiede geben. Wir machten diese Erfahrung bei unserer Viva Las Vegas Tour, der Flugpreis zwischen den Abflughäfen Wien und München hatte einen Unterschied von ca. 200€ / Ticket. Da ist es schon eine Überlegung wert, 4 Stunden Autofahrt in Kauf zu nehmen.

Ist der Flug schlussendlich gebucht, sollte man sich noch ein Hotelzimmer für zumindest die erste Nacht reservieren. Das hat zwei Vorteile: zum einen muss man nach einem Langstreckenflug nicht noch großartig nach einer Unterkunft suchen, zum anderen hat man – für den Fall der Fälle – eine Adresse von möglicherweise nicht mitgekommenes Gepäck hin gebracht werden kann.

Routenplanung

Für die weitere Routenplanung bleibt es einem offen, ob man ins Blaue fährt und gar nichts vorplant oder ob man zumindest eine grobe Route vorschlägt. Ich persönlich lege eine grobe Route fest wobei nur mögliche Stopps vorgeschlagen sind. Wo es dann schlussendlich wirklich hin geht, wird am jeweiligen Tag vor Ort entschieden.

Ich durchforste laufend das Internet, lese Reisezeitschiften und natürlich lasse ich mir auch gerne von Familie, Freunden und Arbeitskollegen die Erfahrungen des letzten Urlaubs schildern – man weiß nie wo man einen guten Tipp für ein Lokal, eine Sehenswürdigkeit oder Berichte über einen Reinfall findet. All diese Dinge sammle ich zusammen, Google Earth bzw. GARMIN BaseCamp sind hier für mich die wichtigsten Tools. Hier sammle ich alles zusammen, nicht immer nur für die nächste geplante Reise. (Man weiß ja nie wann man solche Info’s vielleicht brauchen kann.)

Als km-Leistung für eine derartige Rundreise rechne ich mit ca. 1000km / Woche als Richtwert, da ist genügend Zeit für Sightseeing und es kommt auch kein Stress auf. Wenn man natürlich an einem Ort länger bleiben will reduziert sich diese Zahl natürlich. Mehr als 1000km / Woche ist meist nur machbar wenn man eine oder zwei lange Strecken (mehr als 5h Fahrzeit) fährt. Meine geplanten Tagesetappen sind selten länger als 200km.

Für die Routenplanung kann man z.B. erprobte Routen die in Reiseberichten oder Reiseführern beschrieben sind nachfahren oder sich jeweils das Beste daraus herauspicken.

Habe ich eine ungefähre Region für die Rundreise abgesteckt, sehe ich mir die gesammelten Points of Interest noch einmal genauer an und teile sie in drei Gruppen auf:

  1. muss unbedingt besucht werden
  2. optionaler Besuch, ist interessant aber keinen Umweg wert
  3. interessiert diesmal nicht

Die Sehenswürdigkeiten, die zur 1. Gruppe gehören werden in den Routenplan aufgenommen – natürlich inklusive einer ungefähren Zeitschätzung für die Besichtigung. Hier versuche ich meist, im Internet einen Reisebericht aufzutreiben der mir einen Hinweis geben kann wie viel Zeit ich dafür einrechnen muss. Meist rechne ich recht großzügig – benötigt man weniger Zeit, kann man eine nahe gelegene Sehenswürdigkeit aus der Gruppe 2 noch besuchen.

So ergeben sich dann die groben Tagespläne, die immer noch genug Flexibilität bieten.

Hotelbuchung vor Ort

Die Hotelbuchung für die nächste/n Übernachtung/en ist in den USA relativ einfach. Es gibt viele Hotelketten über deren Website man meist auch Zimmer buchen kann. Bei uns haben sich diverse Buchungssuchmaschinen (hotels.com, priceline.com, ebookers.de, etc.) bewährt.

Es funktioniert allerdings auch einfach in eine Hotellobby hereinzuspazieren und nach einem freien Zimmer zu fragen. Wenn man sich das vorher anschauen will, ist das meist auch kein Problem. (Wenn es eines wäre, würde ich ehrlich gesagt auch nicht dort übernachten – meist kein gutes Zeichen.)

In anderen Ländern würde ich mich da auch – z.B. in Reiseberichten informieren, wie das funktioniert. Bin ich mir nicht sicher, ob eine spontane Buchung ratsam ist, würde ich eher alles vor der Abreise buchen.

Rechtzeitig zum Rückflug

Was man sich unbedingt anschauen sollte ist, wie lange man vom aktuellen Ort zum Flughafen benötigt. Ein wenig Reservezeit für Unvorhergesehenes einzuplanen ist hier bestimmt auch nicht falsch.

Du hast spezielle Fragen zur Reiseplanung einer USA-Reise? Dann schau doch auch in der umfangreichen FAQvorbei!

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