Für uns ein absolutes Must-See auf der Tour war der Grand Canyon. Las Vegas ist gute 6 Stunden Autofahrt vom Grand Canyon National Park entfernt, was uns vor ein kleines Zeitproblem gestellt hat. Bei nur zwei Wochen für unsere Tour und den vielen sehenswerten Dingen muss man hier und da Abstriche machen. Da wir auf keinen Fall auf den Grand Canyon verzichten wollten, kam für uns eigentlich nur ein Ausflug per Flugzeug in Frage.
Da wir im Vorhinein nicht genau wissen konnten wie das Wetter während unseres Aufenthalts sein würde, haben wir nichts vorgebucht und sind damit das Risiko eingegangen keinen Flug mehr zu bekommen. Am zweiten Tag unseres Las Vegas Aufenthalts haben wir in einer Lobby des Venetian einen Stand für diverse Ausflüge und sonstige Tickets gefunden und uns dort einen fertigen Ausflug gebucht. Unseren Freunden Helga und Flo waren die 250$ pro Person für den Ausflug zu teuer, daher sind nur Martin und ich zum Grand Canyon aufgebrochen.
Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen: um fünf Uhr früh klingelte der Wecker, damit wir um halb sechs fix fertig und mit Starbucks Coffee versorgt vor der West Wing Lobby des MGM Grand vom Shuttle Bus des Veranstalters Vision Airlines abgeholt werden konnten. Wir haben die Lobby allerdings erst nach ein paar Umwegen gefunden - man unterschätzt das wirklich wie groß dieses Hotel ist! (Vor allem läuft man ständig in der Gefahr, sich im Kreis zu bewegen - meiner Meinung nach ein kluger Schachzug der Hotelplaner um die Leute IM Kasino zu behalten.)
Beim Ausgang steht auch schon der Shuttle Bus, einige andere Passagiere sitzen schon verteilt in den Reihen. Vor dem Bally's müssen wir in einen großen Bus umsteigen, der uns dann zum North Las Vegas Airport bringt. Dort werden wir schon von Mitarbeitern von Vision Airlines erwartet. Wir werden eingecheckt, so richtig mit Boardkarte - allerdings ohne Security Check (offensichtlich werden die Touristen-Flüge nicht für potentielle Terror-Anschläge in Betracht gezogen). Wir müssen nur mit allem was wir mit haben auf eine Waage, damit der Pilot auch auf jeden Kilo genau weiß wie schwer der Flieger ist.
Die Flugroute des gut einstündigen Fluges nach Grand Canyon Village führt direkt über den Hoover Dam und Grand Canyon West mit dem Skywalk.
Der Flug ist dank der frühen Uhrzeit noch sehr ruhig und angenehm, wir haben Plätze am Fenster direkt unter der Triebwerksgondel der Dornier Do-328. In Arizona kann es mitunter auch ohne Wolkenbildung zu Turbulenzen kommen, wird mir von Martin erklärt. Nennt sich Clear Air Turbulence (oder so).
In Grand Canyon Village angekommen werden wir gemeinsam mit den restlichen Japanern in einen Bus verfrachtet der uns zu zwei Aussichtspunkten fährt: der Bright Angel Lodge und Mather Point. Am Weg dort hin erklärt uns der Busfahrer einiges über die Besonderheiten des Grand Canyon, ein japanischer Touristenführer übersetzt das dann anschließend für die nicht-englischsprechenden Gäste ins japanische. Außer uns sind noch vier Canadier mit an Bord, ansonsten nur Japaner. Macht uns aber nix, wir sind ja aus dem gleichen Grund hier!
Wir dürfen an jedem der beiden angefahrenen Punkte eine gute Stunde herumspazieren, Fotos machen und den Canyon genießen. Natürlich lange nicht ausreichend - aber wie am Anfang dieses Artikels schon erwähnt wäre ein längerer Besuch für uns aus Zeitgründen nicht machbar gewesen.
Für einen ersten Eindruck der gewaltigen Ausmaße dieses Naturwunders reichten die wenigen Stunden - für uns ist nun klar, dass dieser erste Besuch des Grand Canyons nicht der allerletzte gewesen ist!
Die unglaublichen Ausmaße werden nicht annähernd begreiflich, wenn man versucht den Canyon in Zahlen und Fakten zusammenzufassen: 450km lang, durchschnittlich 16km breit und im Mittel 1500m tief.
Am beeindruckendsten ist der Canyon aus meiner Sicht aus der Luft - hier sieht man "a big crack in earth", wenn man direkt am Rim steht sieht man ja nur einen kleinen Ausschnitt. Aus dem Weltraum sieht man den Canyon auch recht gut, Google Earth zeigt das auch recht anschaulich.
Wir sind um die Mittagszeit hier, die Lichtverhältnisse sind bei Sonnenauf- bzw. untergang sicherlich besser geeignet um den Canyon fotografisch festzuhalten. Wer also die Möglichkeit hat sollte sie unbedingt nützen! Sollten wir wieder mal hier vorbei kommen, dann wird auf jeden Fall eine Nacht in Grand Canyon Village übernachtet, da habe ich allerdings schon von vielen anderen gehört, dass es ratsam ist sehr früh vorzubuchen.
Wir sind ein paar hundert Meter den Bright Angel Trail hinunter gegangen - um von einer Seite auf die andere zu wandern wird eine Übernachtung unten im Canyon empfohlen, am Beginn des Wanderweges sind Schilder aufgestellt die davor warnen, den Trail in einem Tag zu versuchen. Wir schauen noch kurz im Gift-Shop vorbei um einen Magneten für unsere Sammlung am Kühlschrank zu ergattern, dann ist es auch schon wieder Zeit um zum Bus zurückzukehren.
Nach einer kurzen Weiterfahrt zum Mather Point dürfen wir auch dort den Canyon bewundern. Beide Aussichtspunkte bieten einen wunderschönen Blick auf den Canyon, jeder hat seinen eigenen Blickwinkel - daher können die beiden nicht miteinander verglichen werden.
Am Mather Point wird auch gerade kräftig gebaut, sieht nach einem größeren Besucherparkplatz oder einer Besucherterrasse aus. Dort sind wir auch nicht mehr die einzigen Besucher, es haben sich mittlerweile auch einige Individualtouristen dort eingefunden.
Ein besonderes Erlebnis muss der Canyon auch bei nicht so perfektem Wetter sein, wie wir es hatten. Da man relativ weit sieht kann man hier Regenschauer auch aus größerer Entfernung beobachten. Auch die Farbenwelt des Canyons ändert sich bestimmt mit jeder Wettersituation.
Nach einer guten Stunde Canyon-genießen müssen wir leider wieder zurück zum Bus, der uns dann ohne Umwege zum Flugplatz zurück fährt. Dort wartet die Do-328 schon auf uns und wir fliegen ohne Umwege wieder nach Las Vegas zurück. Um zwei Uhr nachmittags sind wir wieder im MGM Grand im Zimmer, wo wir uns für einen gemütlichen Nachmittag am Pool rüsten um das am Vormittag erlebte zu genießen und zu verarbeiten!
Abends ging's dann in eine Vorstellung des Cirque du Soleil im Treasure Island.
Zum Abschluss gibt's noch ein paar Eindrücke, ein Zeitraffa-Video das ich durch Zufall auf YouTube gefunden habe:
Wer mit iPhone, iPad oder iPod Touch die Reise antritt, sollte sich mal die App Scenic Map Grand Canyon auf iTunes anschauen.
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