Die Fremont Street - auch Glitter Gulch genannt - findet man abseits vom Las Vegas Strip (Boulevard), sie ist das alte Herz von Las Vegas. Hier findet man auch die älteren Casino-Hotels wie z.B. das erste als solches geplante Golden Nugget.
Mitte der 1990er wurde hier die Fremont Street Experience erbaut um Besucher auch wieder in den alten Teil Las Vegas zu locken. Dieser Bereich der Fremont Street ist nun Fußgängerzone - während der Shows sehen hier fast alle Menschen nur nach oben!
Die riesige Stahlkonstruktion überspannt die Straße auf einer Länge von sieben Häuserblocks (ca. 450m), zwischen 20 Uhr und Mitternacht werden stündlich beeindruckende Videoshows auf der halbrunden Kuppel mit 2,1 Millionen LED's gespielt. Die 220 Lautsprecher, die entlang der Straße angebracht sind sorgen für eine ansprechende musikalische Untermalung.
Wir sind schon gegen 18 Uhr in Richtung Fremont Street aufgebrochen, denn wir wollten auch die alten Casinos ein wenig besuchen und uns ein Abendessen in einem der Lokale die wir dort erhofften besorgen. Die erste Aufgabe: einen Parkplatz (möglichst gratis) für unseren Van finden. Entlang der Straße kann man auch parken, das haben wir aber lieber gelassen weil wir zwei Jugendliche dabei beobachten konnten wie sie mit Schlauch und Kanister ausgerüstet einige Autotanks erleichtert haben. Etliche Tankdeckel der umliegenden Autos waren offen - die beiden Jungs waren offensichtlich schon länger am Werk. (Von Polizei oder ähnlichem fehlte jedoch jegliche Spur.) Also haben wir unser Auto in das Parkdeck des Plaza Hotel & Casino gestellt, in der Hoffnung irgenwo eine Möglichkeit zu finden das Parkticket gratis zu bekommen. (Hat dann auch funktioniert, wir sind zum Cashier des Casinos gegangen und haben uns als Casinogäste erkundigt - funktioniert bestens!)
Abendessen gab's dann mangels gemeinsamer Entscheidungsfreudigkeit bei McDonalds - eines der wenigen Male, die wir bei einer Fast Food Kette essen waren. Nach dem Essen haben wir uns die Casinos der Fremont Street ein wenig angeschaut. Erstaunt hat uns, dass man hier auf offener Straße Bier trinken darf (und das ohne das obligatorische Papier-Sackerl über der Dose!).
Wir haben uns bei unserem Besuch zwei Shows angesehen (Don McLeans American Pie und Strange Days von The Doors). Das jeweilige Tagesprogramm kann man sich auf der Website der Freemont Street ansehen. Auch die auf den kleineren Bühnen entlang der Straße auftretenden Musiker und Bands sind hier aufgelistet. Die in unserem Reiseführer angeführten Shows passen nicht mehr zum Programm, da es regelmäßig gewechselt wird.
Beim Bau der Fremont Street Experience musste der Hut des Vegas Vic, eines der ältesten Neonschilder der Stadt ein wenig gekappt werden - er ist aber immer noch bunt genug und verbreitet auf seine Art Cowboy-Flair.
Tagsüber ist hier weniger los, die Besucher strömen erst kurz vor der ersten Show aus den Casinos. Hier finden sich naturgemäß auch viele Souvenirshops und kleine Einkaufsstände - im allgemeinen mit eher auf Touristen ausgerichtetem Sortiment.
In den Casinos findet man hier generell mehr Einheimische, denn die Mindesteinsätze sind hier geringer als in den neueren Hotels am Las Vegas Boulevard. Die Casinos haben zwar nicht die neueste Technik und es hat sich auf den Teppichen auch schon so mancher Fleck auf ewig niedergelassen, dafür haben sie einen ureigenen Flair und diese ganz besondere Atmosphäre. Im Binion's (eröffnet in den 1940ern) findet auch die jährliche Poker-Weltmeisterschaft statt - was wäre passender für so eine Veranstaltung als eines der ältesten Casinos in Las Vegas.
Hier haben wir auch noch die letzten alten Slot-Machines mit Münzeinwurf gefunden. In den Hotels am Strip die wir besucht haben, findet man diese alten Maschinen heute nicht mehr. Leider haben wir an diesen Maschinen genauso wenig gewonnen wie in den anderen Casinos auch...
Für uns war die Fremont Street ein würdiges Programm für unseren letzten Abend in Las Vegas, am nächsten Tag sind wir in Richtung San Diego aufgebrochen.
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