Am 10. Juli 2010 fand am Flugplatz Wels (LOLW) der erste Tag der 100-Jahr Feier des Platzes, veranstaltet von der Weißen Möwe Wels, statt. 1910 war auf diesem Gelände die "1. Oberösterreichische Flugwoche Wels" veranstaltet worden. Damals waren sogar extra "Wright-Flugmaschinen" angereist, 100 Jahre später waren die zu bestaunenden Fluggeräte ein Querschnitt der Flugzeuggeschichte seit damals. Wir waren am ersten Veranstaltungstag in Wels und haben uns das Programm größtenteils angesehen.
Die Anreise gestaltete sich recht angenehm, wir waren schon gegen halb zehn am Flugplatzgelände angekommen wo uns bei einem der Parkplätze bereits Einweiser zum nächsten freien Platz geleitet haben. Die Parkgebühr mit 3€ pro Fahrzeug für den gesamten Tag war zu verschmerzen, die 15€ Eintritt pro Person waren dann doch recht hoch für das zu erwartende Programm.
Etliche Piloten hatten auch schon die Gelegenheit zum Fly-In genutzt, laut Website des Veranstalters waren an den Veranstaltungstagen keine Lande- und Parkgebühren zu zahlen. Wir hatten auch überlegt mit einem Flieger anzureisen, allerdings schienen uns die Abflugfenster am Nachmittag etwas knapp bemessen zu sein und entschieden uns dann doch lieber für's Auto.
Früh wegzufahren hat sich ausgezahlt, bei unserer Runde am Ausstellungsgelände waren noch nicht sehr viele Besucher hier. Das Bundesheer hatte einen Saab 105 Ö, einen Black Hawk Hubschrauber, eine Pilatus PC-6 und eine C-130 Hercules für Besucher zum Angreifen nahe abgestellt. Selbstverständlich mit genügend Heerespersonal zum Aufpassen (und auch Fragen beantworten).
Martin fragt den Kapitän der C-130 ob es uns möglich wäre einen Blick ins Cockpit zu werfen, und da noch nicht sehr viel los ist dürfen wir auch gleich hinauf. Überraschend großräumig ist das Cockpit, in dem normalerweise 3 Personen arbeiten. Platz hätte noch ein viertes Besatzungsmitglied - der Navigator - Platz im Cockpit, nur da die österreichischen Hercules alle über gute Satelitennavigationsgeräte verfügen ist er nicht mehr notwendig.
In Aktion konnten wir auch die Saab 105 OE erleben, genauso wie einen der neuen Eurofighter. Beide Flugzeugtypen sind von Linz Hörsching herübergeflogen und haben in ein paar Überflügen ihre Wendigkeit, Leistung und Lautstärke gezeigt.
Es war aber nicht nur das Militär vertreten, ein Großteil der aktiv gezeigten Flugzeuge war aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, allesamt wunderschön restauriert und mit viel Liebe zum Detail erhalten. Außerdem zeigten Modellflieger ihre Kunststücke, und auch die Fallschrimspringer demonstrierten ihr Können. Vier Springer des Red Bull Teams bewiesen mit zwei Kappenrelativ-Formationen Mut zum Risiko.
Ein besonderes Flugzeug war auch zu bewundern: eine Messerschmitt 262, sie war das erste in Serie produzierte Flugzeug mit Strahltriebwerken. Ursprüglich wurden ca. 1400 Stück produziert, heute sind nur wenige noch erhalten. 2008 konnten wir eine der erhaltenen Me 262 im National Air and Space Museum in Washington, D.C. bewundern, in Wels konnten wir den etwas träge aussehenden Flieger in Aktion erleben - gar nicht so träge!
Die Veranstalter sind hier weniger risikoreich umgeangen - offensichtlich war an alle Piloten klar kommuniziert worden NICHT über die Zuschauer zu fliegen. Am Samstag konnten wir keinen einzigen Piloten über der Zuschauermenge beobachten. Sicherheit wurde hier groß geschrieben: außerhalb des Zuschauerbereichs wurde auch darauf geachtet, dass keine Personen in gefährlichen oder behindernden Positionen gehen oder verweilen.
Wir mussten leider gegen vier Uhr Nachmittag wieder den Heimweg antreten - es hat sich aber auf jeden Fall ausgezahlt hin zu fahren!
Hier noch einige Bilder:
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