Gute Urlaubsvideos – Episode 1: das Rohmaterial

Gute Urlaubsvideos – Episode 1: das Rohmaterial

Seit unserer zweiten USA Reise (die Viva Las Vegas Tour 2010) haben wir nicht nur die Fotokameras mit, sondern borgen uns aus der Familie eine Videokamera aus. So ein Urlaubsvideo ist ja durchaus etwas Schönes, nur in zwei bis drei Wochen Rundreise kommt schon so einiges an Rohmaterial zusammen. 

Das Thema Urlaubsvideo kann man recht umfangreich sehen, schließlich ist das nicht getan in dem man eine Kamera am Urlaubsort recht oft zum Einfangen diverser Motive verwendet. Im heutigen Artikel möchte ich mich dem Thema „Rohmaterial“ widmen – ist es doch der Grundstein eines jeden Videos.

Man muss jetzt nicht gleich ein Hollywood ähnliches Drehbuch schreiben oder –zig Takes im Urlaub von der Familie abverlange, das wäre wohl zu viel des Guten! Mit ein paar kleinen Tricks kann man aber schon ganz gutes Ausgangsmaterial mit nach Hause bringen:

Filme vom Anfang bis zum Ende

Überlege bitte selbst einmal kritisch: wo holst du die Videokamera das erste Mal aus der Tasche? Daheim beim Kofferpacken? Am Flughafen vor dem Abflug? Oder erst bei der ersten Sehenswürdigkeit am Ort?
Dokumentierenswert ist nicht nur, welche Sehenswürdigkeit man „gemacht“ hat, es ist die gesamte Reise an sich. Und da gehören natürlich auch das Kofferpacken und die Anreise dazu.

Tipp: Nütze doch die Wartezeit beim Umsteigen zwischen Flügen für ein kurzes Interview mit deinen Mitreisenden. Frage sie nach ihren Erwartungen, worauf sie sich besonders freuen oder wieso ihr jetzt gerade genau hier warten müsst.

Aber auch auf der Heimreise solltest du die Kamera nicht in der Tasche lassen. Du kannst zum Beispiel deine Mitreisenden filmen wenn sie durch eine Tür gehen (Auf-wiedersehen-winkend) oder wie sie in ein Auto steigen und heimfahren. (Hoffentlich holen sie dich dann auch wieder ab…)

Auch hier kannst du wieder fragen: was war dein persönliches Highlight? Wurden deine Erwartungen erfüllt / übertroffen?

Bemesse deine Videoclips nicht zu knapp

Bedenke, beim Schneiden brauchst du auch Zeit für Übergänge zwischen den einzelnen Sequenzen (näheres dazu in einem Folgeartikel). Mir ist es in unseren vergangenen Videos oft schon passiert, dass eine lustige Wortmeldung oder eine Actionreiche Szene zu knapp bemessen war und ich sie dann nicht gut verwenden konnte.

Filme das, woran du dich erinnern möchtest

Ein Urlaubsvideo hat ein bisschen etwas von einem Werbeclip. Sei doch ehrlich, du erhoffst dir, dass alle Zuschauer nach der Videovorführung sagen „Wow, hattet ihr einen tollen Urlaub“ oder „Dort muss ich auch mal hin fahren, das schaut sehr interessant aus“. Ecken die dir nicht gefallen, kannst du somit getrost links liegen lassen – es sei denn du möchtest dann im Video explizit darauf hinweisen, dass etwas gar nicht schön war.

Zoomen, Schwenken, Wackeln & Co.

Bei diesen Themen ist wirklich Vorsicht geboten! Oft glaubt man, man mache einen Schwenk über eine Landschaft eh ganz langsam und vorsichtig und im Hotel (oder gar erst daheim) beim ersten Ansehen des Rohmaterials stellt man dann fest: nicht brauchbar weil ganz viel gezoomt, dadurch sehr verwackelt und auch noch viel zu schnell geschwenkt. Somit ist vielleicht die ganze Sequenz ein Fall für den digitalen Rundordner.

Darum: lieber Finger weg vom Zoom, Schwenken nur wenn’s unbedingt notwendig ist (so weitwinkelig wie möglich) und als Abhilfe gegen das Verwackeln idealerweise ein (Einbein-) Stativ oder ähnlich stabile Auflage verwenden.

Die Sache mit der Perspektive

Ähnlich wie bei guten Urlaubsfotos macht es oft die Perspektive aus. Der Otto-Normalverbraucher-Urlaubsfilmer steht wahrscheinlich meist aufrecht da, im Besten Fall hat er den Ellbogen in die Rippen gestemmt um die Kamera noch halbwegs stabil führen zu können.
Probier’s aus und sei sportlich beim Filmen: geh in die Knie oder klettere auf (ungefährliche und stabile) Erhöhungen hinauf (oder halte die Kamera einfach nur über dem Kopf, dank schwenkbarer Displays ist das ja oft schon möglich).

Close-Up Sequenzen

Beim Zusammenschneiden von Filmen sucht man sich ein passendes Musikstück aus und findet dann – schlussendlich – heraus, dass doch hier noch zwei oder drei Sekunden von einem Close-Up eines Mitreisenden nett wären. Nur hat man dann keine. Schade eigentlich, weil Gelegenheiten für „unbeobachtete“ Nahaufnahmen gibt es im Laufe einer Reise bestimmt genug. Hier darf dann auch gern der Zoom verwendet werden (vor dem drücken auf den Auslöser!)

Überblick über den Urlaubsort

Am Videobeginn über eine besuchte Sehenswürdigkeit sollte man diese auch vorstellen können. Du solltest also auch ein paar Überblicks-Clips (Weitwinkel) mit nach Hause nehmen um dann die Location im Video vorzustellen.

Tipp: bitte ein Familienmitglied ein paar Worte zur Sehenswürdigkeit zu sagen, zum Beispiel was ihr euch da jetzt anschauen wollt oder wieso ihr hier etwas Bestimmtes machen wollt.

Es liegt im Detail.

Nicht nur eine Übersicht braucht man um das „Ganze“ zu zeigen, die vielen kleinen Details sollte man auch nicht vergessen. Schilder, Plakate, Dekoration, die kleinen Besonderheiten die den besuchten Ort so sehenswert machen sollte man auch filmisch festhalten. Dinge, die man sonst nicht daheim vorfindet. Auch den einen oder anderen Clip von Einheimischen (bitte bei Nahaufnahmen immer vorher erst fragen ob’s eh OK ist!) kann man hier mit aufnehmen.

Beachtet man diese Punkte, dann hat man bestimmt einiges an verwendbarem Rohmaterial mit und kann sich nach der Reise dann an das Zusammenfügen der einzelnen Clips zu einem außergewöhnlichen Urlaubsvideo machen! Gutes Gelingen!

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