USP Alcatraz

USP Alcatraz

Die Insel Alcatraz hat ihren Namen durch das spanische Wort für „Tölpel“, bei der Endteckung der Insel durch die Spanier war dort eine große Tölpelkolonie ansässig.

Die nur 85.000m² große Insel kann schon auf eine lange und ereignisreiche Geschichte zurückblicken:

  • 1846 – Verkauft von Mexiko an die USA für 5.000$
  • 1853 – 1933 wurde die Insel für militärische Zwecke genutzt, während des Sezessionskriegs (1861 – 1865) wurde sie erstmals als Gefängnis genutzt.
  • 1903 – das Fort ist sehr verfallen und wird neu erbaut, das große Beben von 1906 verzögerte die Fertigstellung um einiges.
  • 1911 – das neue Fort und das dazugehörende Gefängnis sind fertig gestellt. In der Zwischenzeit war auch der Leuchtturm – er ist der älteste Leuchtturm an der US-Westküste – neu errichtet worden.
  • 1933 – das Fort wird aufgegeben und das Gefängnis renoviert.
  • 1934 – die ersten Gefangenen landen auf der Insel, die bis 1963 als Hochsicherheitsgefängnis (United States Penitentary Alcatraz) genützt wird – das berühmt/berüchtigte Gefängnis gab es also nur 29 Jahre!
  • 1964 – 1971 – das ehemalige Gefängnis wird von indianischen Aktivisten besetzt, ein Großteil der Zerstörungen an den Gebäuden geht auf diese Zeit zurück.

Alcatraz – das Gefängnis

Aufgrund der Lage der Insel und der starken Strömun der San Francisco Bay war die Insel nur über ein Boot erreichbar und konnte nicht von Schwimmern erreicht werden. Der Ausblick auf San Francisco und die Golden Gate Bridge stellten noch dazu eine besondere Bestrafung dar – die Freiheit „draußen“ konnte teilweise auch gehört werden.
Die wohl berühmtesten Insassen des Gefängnisses waren wohl Al Capone, Robert Franklin Strout, Machine Gun Kelly und Alvin „Creepy“ Karpis.

Im Gefängnis waren zur gleichen Zeit nie mehr als 302 Gefangene inhaftiert, im Mittel waren es ca. 250 Personen. Die Insassen des Gefängnisses waren allerdings nicht die einzigen ständigen Bewohner der Insel, auch die Gefängniswärter und ihre Familien lebten auf der Insel (ca. 300 Personen).

Eine Gefängniszelle war ca. 1,5m x 2,7m groß, in ihr war ein Bett, ein Waschbecken und eine Toilette montiert. Gegessen wurde im Speisesaal, hier waren sogar Tränengasbehälter vorhanden. Benutzt wurden sie jedoch nie, denn es waren immer sehr viele Wärter während der Essenszeit anwesend und das Tränengas hätte diesen ebenfalls geschadet.

Alcatraz war auch das einzige Gefängnis mit Warmwasserduschen. Dies war allerdings keine besondere Belohnung für die Insassen, sondern hatte lediglich den Hintergrund, dass sich die Gefangenen nicht für einen eventuellen Fluchtversuch an das kalte Wasser der San Francisco Bay gewöhnen konnten.

Fluchtversuche

Natürlich hat es in den 29 Jahren Gefängnisgeschichte auch einige Fluchtversuche gegeben. Anders als in anderen Anstalten war offiziell keiner der Versuche erfolgreich, insgesamt hat es 14 davon gegeben.

Der wohl berühmteste Fluchtversuch ist jener der Brüder John und Clarence Anglin und Frank Morris. Sie bastelten sich aus Regenjacken ein Schlauchboot und flüchteten über die Lüftungsschächte auf das Dach. Das Boot nützten sie dann auf ihrer Flucht über das Wasser. Ob sie es jemals geschafft haben ist unklar, es wird jedoch vermutet dass die drei Insassen ertrunken sind.

Alcatraz heute

1963 wurde das Gefängnis von John F. Kennedy geschlossen, da es in sehr desolatem Zustand war. Zwischen 1964 und 1971 wurde Alcatraz von indianischen Aktivisten besetzt, heute gehört die Insel unter die Aufsicht des US Nationalparkservice. Erreichen kann man die Insel über die Fähren von Pier 33 aus.

Für die Besichtigung des Zellenblocks erhält man gratis einen Audio-Guide, der die Besucher in gut einer Stunde durch das Gefängnis führt. Ein Großteil der Insel ist für Besucher gesperrt, von den meisten Häusern stehen nur noch die Außenmauern.  Insgesamt kann man für den Besuch der Insel einen halben Tag veranschlagen, es gibt jedoch auch Nacht Führungen.

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